19.05.17 - Superzelle im Kreis Straubing-Bogen

Am Abend des 19. Mai 2017 wurde der westliche Landkreis Straubing-Bogen und Eggerszell von einem schweren Hagelgewitter überrollt. Das Gewitter zog aus südlicher Richtung von Landshut her kommend auf und verstärkte sich über dem Gäuboden deutlich. Die Gewitterzelle wuchs dabei zu einer sogenannten Superzelle heran. Ein Superzellengewitter ist die stärkste Form eines Gewitters. Das Unwetter zog somit unter deutlicher Verstärkung in Richtung Eggerszell und traf die Gebiete zwischen Eggerszell - Wiesenfelden - Falkenstein mit voller Wucht. Bei Durchzug der Superzelle gab es in Eggerszell Hagelkörner bis zu 2 cm Durchmesser, orkanartige Windböen bis knapp 100 km/h und extremen Starkregen mit kurzzeitigen Sichtweiten unter 50 m. Zwischen Wiesenfelden und Zinzenzell im Kreis Straubing-Bogen wurden sogar Hagelgeschosse bis 4 cm Durchmesser beobachtet.

Rund um Wiesenfelden - wo es noch deutlich stärker und größer hagelte als in Eggerszell – konnte man noch knapp 3 Tage nach dem Unwetter Hagelansammlungen in Straßengräben vorfinden! Das Superzellengewitter hinterließ Sturmschäden durch massenweise abgetrennter Äste und umgeknickter Bäume. Zudem gab es Hagelschäden an Bäumen und Sträuchern.

Nachfolgend Bilder des Hagelunwetters in zeitlicher Reihenfolge.


Ein Unwetter mit einer dunklen tiefhängenden Wolkenbasis zieht gerade knapp südwestlich von Straubing in Niederbayern auf:


Standortwechsel: Anschließend beobachtete ich das aufziehende Gewitter mit beeindruckenden Wolkenstrukturen vom Pilgramsberg (624 m NN) aus:


Unwetteraufzug mit bedrohlicher tiefer Wolkenbasis im Vorderen Bayerischen Wald im Kreis Straubing-Bogen:



Der Aufwind der Superzelle war beeindruckend organisiert. Rechts am Bild die Wolkenabsenkung (Wallcloud). Eine derart tolle Wallcloud ist hier in der Region nur in sehr seltenen Fällen zu beobachten:


Ein gigantischer Aufwindteller näherte sich meinem Standort in der Gemeinde Rattiszell:



Das Unwetter zog mit einer tiefen, dunklen Wolkenabsenkung auf:


Ein wahrer Augenschmaus für einen Wetterbeobachter! Die Organisation des Gewitters (Superzelle) war bilderbuchhaft:


Immer bedrohlich wirkender näherte sich das Gewitter:


Superzellengewitter mit gigantischem Aufwindbereich, rechts dahinter der Abwind mit extrem starkem Niederschlag in Form von massivem Platzregen und Hagel bis 4 cm Durchmesser:



Superzelle im Vorderen Bayerwald im nordwestlichen Kreis Straubing-Bogen am 19. Mai 2017:


Wunderbar ausgeprägter Aufwindbereich des Gewitters:




Insgesamt zog das Gewitter rasend schnell auf und hatte schließlich Eggerszell erfasst. Tiefhängende Wolkenfetzen der Wallcloud lagen nun direkt über Eggerszell:


Mesozyklone (rotierender Aufwindbereich des Gewitters) über Eggerszell, es setzte stürmischer Wind aus Südwest mit Böen bis zu knapp 100 km/h ein:


Bedrohliche Wolkenformationen unmittelbar vor Einsetzen des Niederschlags. Kurz danach setzte Platzregen, gepaart mit Hagel und Sturmböen ein:




Pechschwarze tief hängende Wolken der Mesozyklone, welche gerade direkt über meinen Standort in Eggerszell lag:


Nachdem das Unwetter durch Eggerszell hinweg gefegt war, konnte man überall Hagelansammlungen vorfinden:


Hagelkörner mit bis zu 1,5 cm Durchmesser:




Die Gemüsegärten waren nach dem Unwetter größtenteils total zerfetzt. Zudem gab es teils schwere Sturmschäden in den umliegenden Wäldern:


Hagelansammlungen in Eggerszell am 19. Mai 2017:



Zu gut der letzt noch ein Video von der Superzelle vom Aufzug bis zum Abzug des Gewitters: